110. GV des FC Zürich

das_mosaik1.jpg Der Präsident, Ancillo Canepa, wirkte sehr angespannt, als er die 110. Generalversammlung des Vereins eröffnete. Die GV, die sich noch auf die Saison 2006/2007 bezog, wurde nach zwei Verschiebungen mit einiger Verspätung durchgeführt. Als Gründe für die Verschiebung wurden die automatischen Mitgliedschaften via Erwerb einer Saisonkarte und die damit offenbar notwendige Statutenrevision genannt.

308 Mitglieder nahmen an der GV teil. Dies waren fast doppelt so viel, wie bei der letzten GV, an der Sven Hotz verabschiedet wurde.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung machte der Präsident auf das Haupttraktandum aufmerksam: Die Erweiterung des Vorstandes um VertreterInnen der Fans. Dabei wurde auch die Bedeutung des Vereins ausgeführt: 1. Historisches Gefäss; 2. Pflege der Tradition bzw. die Pflege des Verhältnisses zwischen Fans und Club; 3. Rückversicherung bei Konkurs der Aktiengesellschaft (Branding und Jugendabteilung würden an den Verein und nicht in die Konkursmasse gehen). Dagegen werden alle operativen Tätigkeiten gemäss SFL-Reglement via die AG abgewickelt.

Der Jahresbericht des Präsidenten betonte in erster Linie die Tatsache, dass der FCZ in einer Umbruchphase ist («FCZ in Change Management»). Im Fokus standen vor allem die Erfolge der Nachwuchsteams, da die 1. Mannschaft zwar im Berichtsjahr, nicht aber in der Gegenwart mit den ganz grossen Erfolgen aufwarten konnte. Canepa relativierte auch indirekt seine eigene Aussage von Anfang der Saison, dass der FCZ durch die vielen Wechsel noch stärker geworden sei, indem er diese zahlreichen Spielertransfers explizit als einer der Gründe für die sportlichen Probleme benannte.

Neben Informationen zu der Unternehmenskultur, zur Fankultur, zum Marketing und zur Rechnung wurden auch die Ziele bekannt gegeben: Unter anderem will die Vereinsführung, eine führende Rolle im Schweizer Fussball spielen, Erfolg und Anerkennung auf europäischer Ebene haben, den Fokus auf die Nachwuchsförderung richten und bis 2012/2013 ein neues Stadion beziehen.

Das Haupttraktandum, die Wahlen, wurden anschliessend schnell erledigt. Irritiert hatte, dass das Wahlverfahren erst bekannt wurde, als bereits zur Wahl der vorgeschlagenen Personen in corpore aufgefordert wurde. Hier wäre ein transparenteres Vorgehen des Präsidenten sicher vertrauensbildender gewesen. Das gewählte Verfahren, das rechtlich natürlich in Ordnung geht, hat den schalen Nachgeschmack einer Schlaumeierei.

Für die nächste Amtsperiode wurden folgende Vorstandmitglieder gewählt:

  • Ancillo Canepa, Präsident (Präsident VR)
  • René Strittmatter, Vizepräsident (Delegierter VR, Business Club)
  • Hugo Holenstein, Vizepräsident (VR, 50er Club)
  • Martin Guglielmetti (VR, Supportervereinigung)
  • Philip Hoch (VR)
  • Peter Hurni (VR, neu)
  • Daniela Decurtins (1000er Club, neu)
  • Marcel Hofstetter (Fanclub Letzi, neu)
  • Roger Guler (Fanclub Tigers, neu)
  • Christian Wenger (Fanclub 1896, neu)
  • Thomas Feier (Fanclub Solothurn, neu)
  • Philipp Burckhardt (D.I.F.U.S., neu)

Die Mitgliederbeiträge wurden zum Schluss in einer vergleichsweise knapp ausgehenden Abstimmung auf CHF 150.–/CHF 80.– festgelegt. In diesem Zusammenhang wurde von Seiten des Vorstandes nicht darüber informiert, ob der Erwerb einer Saisonkarte auch in der nächsten Saison automatisch eine Mitgliedschaft beinhaltet. Auch nicht klar wurde, welcher Anteil der Saisonkartenpreises an den Verein als Mitgliederbeitrag weitergeleitet wurde bzw. wird.

Die nächste GV, die 111., findet voraussichtlich schon in wenigen Monaten statt. Damit würde die Versammlung wieder schneller nach dem Geschäftsabschluss stattfinden. Themen werden punktuelle Veränderungen in den Statuten sein. Sicher werden dann auch erste Erfahrungen mit dem neuen Vereinsvorstand Thema sein.


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