2. Anzug

Xavier Margairaz erzielt das 1:1

Xavier Margairaz erzielt das 1:1 (Bild: Markus Scherer)

FCZ 3:2 FCW
Wer sich einen zweiten Anzug leistet, wird normalerweise darauf achten, dass dieser auch sitzt, sonst könnte er es ja gleich bleiben lassen. Im Fussball scheint dies nicht selbstverständllich zu sein, um so erfreulicher also wenn Bickel nach dem Spiel befindet: „Der 2. Anzug passt.“
Die eher unübliche Startaufstellung des FCZ brachte für den interessierten Fan aber viel Spannendes mit sich. Da waren zuerst mal zwei Testspieler aus Tunesien von denen bis zum Aufstellungs-SMS wohl niemand etwas wusste. Goalietrainer Brunner: „Keine Ahnung“, Ladner: „Sind nur zu Besuch“. 20 Minuten stellte einfach mal einen ins Netz, der ähnlich heisst, doch der hat wohl ganz viele von Michael Jacksons „Aufhellungstabletten“ gegessen und sie nun vergessen mitzunehmen. Spass beiseite, denn über Tote soll man keine Witze machen, aber jener Gherimi der Dienstags spielte, sah komplett anders aus und er war nicht schlecht. Beim Tor souverän, ziemlich schnell, kampfstark und auch mannschaftsdienlich, wenns nötig war. Der Zweite, Abbes, war in der ersten Hälfte auf der linken Verteidigerseite, und in der zweiten Hälfte zentral anzutreffen. Challandes befand ihn nach dem Spiel als „solid“, während ihm der Stürmer gefiel: „er ist schnell und hat Zug in die Tiefe“. Damit trifft er es wohl nicht schlecht, denn viel mehr zu behaupten nach nur einem Spiel wäre etwas gewagt.
Dann waren da noch ganz viele Nachwuchtalente. Vom Alter her gehört dazu auch immer noch Marco Schönbächler. Nachdem der FCZ im kurzen, aber sintflutartig niedergehenden Regen 0:1 in Rückstand geriet, hatte „Schönbi“ ab der 35. seine fünf genialen Minuten. Zuerst verpasst Abbes einen Abpraller nach Freistoss Schönbi, dann schickt er Mehmedi in die Tiefe, doch der bleibt am Goalie hängen. Seinen nächsten Freistoss lenkt Margairaz ins Tor ab und nur eine Minute später lanciert er Gherimi mit einem Traumpass worauf dieser den schwachen Winti Goalie umspielt und den Führungstreffer erzielt. Walter Scheibli am Mikrofon spürte wohl instinktiv, wer das 1:1 erzielte, denn er nannte Margairaz. Fast alle Medien tippten auf Abbes, doch das Foto oben beweist: Abbes (8) ist zwar nahe dran, doch der Fuss gehört eindeutig Margairaz. (Die grössten Zweifler wenden sich bitte via Watchblog an den Fotografen, der die Bildserie hat, die den Ball bis ins Netz verfolgt). Ebenfalls ein erstes mal zu sehen war der ältere der Koch Gebrüder. So ruhig wie sein Bruder agierte er noch nicht, ganz im Gegensatz zum rechten Verteidiger Fabrizio Di Gregorio, der über 90 Minuten sehr gut spielte. In der zweiten Hälfte fiel dann auch noch der verdiente Siegtreffer, Assist: Goalie Lattman mit einem präzisen Auskick, verwertet vom engagiert spielenden Vasquez. Er umspielt den gegnerischen Goali gekonnt, dieser läuft aber auch extrem zögernd aus seinem Tor. Es gäbe noch viel Einzelkritik zu spannenden Nachwuchskräften, doch ich versuche mich kurz zu fassen. Im Sturm kommt Mehmedi im Moment immer einen halben Schritt zu spät, steht aber eigentlich am richtigen Ort. Das Mittelfeld mit Tarchini und Büchel (Margairaz, Schönbi, Vasquez) funktioniert ziemlich gut. Über die Verteidigung wurde schon einiges gesagt, es fehlt nur noch die Erwähnung, dass man sich vom jungen Rodiguez einiges erhoffen darf.
Zu guter Letzt sei nun auch noch ein gegnerischer Spieler hervorgehoben. Innocent Emeghara spielte einen sehr auffälligen Match. Immer extrem aktiv und mühsam für die Gegner. Zusammen mit Rainer Bieli wird er Winti noch viel Freude bereiten und wenn er nicht schon einer von uns wäre, müsste man ihn holen.

Der tunesiche Testspieler Gherimi erzielt das 2:1Der tunesiche Testspieler Gherimi trifft zum 2:1

Marco SchönbächlerMarco Schönbächler

Martin BüchelMartin Büchel

Fabrizio Di Gregorio, Innocent EmegharaFabrizio Di Gregorio, Innocent Emeghara

Josip DrmicJosip Drmic

Andrés Vasquez, Torschütze zum 3:2Andrés Vasquez, Torschütze zum 3:2


Copyright 2016 #FCZ wtchblg