Altweibersommer

Red Star 0:2 FCZ U21

A. Guatelli

P. Koch, D. Schiendorfer, J. Wuhrmann, M. Challandes

L. Ladner, T. Tarchini, M. Büchel (46′ M. Mangold), M. Schönbächler (30′ J. Santana)

A. Mehmedi (78′ I. Emeghara), G. Ivanishvili

„isch imfall kei Wiiberfuessball“ schrie irgenwann ein ewiggestriger Zuschauer zum Schiedrichter. Das war’s nicht, aber es war ein wunderschöner Altweibersommerabend. Bei perfekten Temperaturen sahen ca. 250 Zuschauer ein gutes Spiel. Die oberste Tribünenreihe war damit so gefüllt das wir ein erstes mal auf den neuen Sitzen (die verdächtig nach den Letzi-Schalen aussehen) Platz nahmen. Die ersten fünfzehn Minuten waren etwas lasch, aber mit klaren Vorteilen für den FCZ. Ein schöner Freistoss von Marco Schönbächler sowie zwei gute Schüsse von Admir Mehmedi verfehlten ihr Ziel nur knapp. Der spektakulärste Schuss eines Red Star Spielers war jener, der dem Billetverkäufer 10 Meter neben dem Tor sämtliche Matchprogramme aus der Hand schlug. Schönbächlers hatte ein gutes Comback das aber nur bis zur 30′ dauerte, dann kam Javier Santana für ihn und hatte sogleich eine gefährliche Szene. In der 35′ verfehlte Tito Tarchini das Tor aus sehr spitzem Winkel ebenfalls nur knapp und unterstrich damit eine weitere sehr gute Leistung im Mittelfeld. Die grösste Chance hatte aber eine Minute später der zuvor unauffällige George Ivanishvili. Nach einem tödlichen Fehlpass des drittletzten Red Star Spielers macht er fast alles richtig. Mit viel Zug auf’s Tor lässt er die verbliebenen Verteidiger stehen und scheitert dann aber knapp am gut reagierenden Torwart. Bis zur Pause dominierten dann noch ungewöhnlich viele Fehlpässe das Geschehen, sodass man sich richtig auf die Wurst freuen konnte.

Zur zweiten Halbzeit kommt Mangold für Büchel und Ladner geht in die zentrale Position. Dieser lanciert kurz darauf mit einem schönen Solo und perfektem Pass Santana der allein vor dem Torwart scheitert. Das Spiel ist nun schneller, besser und auch härter als zuvor. In der 62′ fällt endlich das längst verdiente erste Tor. Ivanishvili lupft den Ball nach einem Steilpass perfekt über den herausstürmenden Goalie und beweist damit einmal mehr das er nicht viele Chancen braucht um zu treffen. Weitere Abschlüsse folgen nun im dreiminutentakt. Ivanishvili köpfelt über die Latte, Tarchini spielt gefährliche Pässe, Santana dribbelt an der Linie und Mangold macht Volleyabnahmen wie aus dem Lehrbuch. Die gesamte Verteidigung, mit dem nun Uefa Cup erfahrenen Philippe Koch, machte einen sicheren Eindruck und kam von einem nun schwächelnden Red Star auch immer weniger unter Druck. In der 80′ Minute fällt dann das wunderschön herauskombinierte 0:2. Der kurz zuvor eingewechselte Innocent Emeghara dribbelt sich links in den Strafraum, spielt Ivanishvili an, diesert sieht den noch besser postierten Mangold und der braucht nur noch einzuschieben. Der einzige der nun nicht jubelt ist Urs Fischer, der jeweils die kurze Spielunterbrechung nach dem Tor für Einzelkritik nutzt. Nach dem ersten war Mangold dran, nun Santana, „Javi, bis zum 16er machsch alles richtig, und denn hausch so blöd uf dä Ball“. Im Gegensatz zur letzten Saison scheint solche Kritik auch anzukommen, denn die Spieler hören ihrem neuen Trainer auch wieder richtig zu. Der hat das auch verdient, denn er hat aus vielen neuen Talenten eine Mannschaft gebildet deren Startformation zwar immer wieder wechselt, die aber nie den Charakter verliert. Die Herren Challandes, Hänzi, Bickel und Fischer freuten sich darüber so ausgiebig, als hätten sie gerade im San Siro Berlusconi das Maul gestopft.


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