Ausflug auf’s Land

GC U21 – FCZ U21 1:1

mangold_27Gleich kann Marco Mangold jubeln (Bild: Markus Scherer)

G. Hauenstein
F. Di Gregorio, S. Gugelmann, D.Schiendorfer, A. Golica
M. Brunner, M Büchel (46 P. Koch), T. Tarchini (70 I. Emeghara), M. Mangold
I. Audino (46 A. Mehmedi), G. Ivanishvili

In der 1. Liga gibt es einige Stadtderbys, doch das einzige für das man weit auf’s Land hinaus fahren muss, ist jenes gegen das ungeliebte GC. Wir sind dann doch genug früh da, um das kulinarische Angebot zu testen. Würste gibt’s vor dem Spiel noch keine, also nehme ich Kuchen. Die Cafeteria erinnert auch sonst schon ein wenig an jene in reformierten Kirchenzentren, deshalb bin ich auch nicht überrascht, dass der Kuchen gut ist.
Währendessen trifft beim Spielfeld die Delegation der Südkurve ein, und es sind dieses mal noch mehr als beim Derby letztes Wochenende zu Hause. Kaum hat das Spiel begonnen baut sich noch eine Mini-Fankurve hinter dem Tor auf. Übergrosser Doppelhalter (Marco Mangold Nr.10), Megafon (mit Sirenenfunktion) und Hupe. Die Jungs haben nichts vergessen, um Mangold eine Freude zu machen. Nun geht’s erst richtig los, die Südkurve flucht und schimpft und johlt, der Mangold-Fanclub skandiert bei jeder Ballberührung ihres Helden: „Marco Mangold, Fussballgott !“ Die Gastgeber haben wohl auch bei ihrer ersten Manschaft momentan selten eine bessere Stimmung auf den Rängen.
Das Spiel ist umkämpft und wird engagiert geführt, doch es fehlen die grossen Torchancen. Eine klassische „Fischer-Flanke“ senkt sich gefährlich auf’s Tor und dann hat ausgerechnet Mangold die erste gute Möglichkeit. Mit einem Flachschuss von links verfehlt er das weite Eck nur knapp. Zwölf Minuten später ergibt sich eine fast identische Szene. Mangold wird von Tito Tarchini schön lanciert und dieses Mal landet der Ball präzis in der Torecke. Der Fanclub presst nun alles, was möglich ist, aus Hupe und Kehlen. Angestachelt durch den akustischen Support versucht er sich in der 41. Minute noch mit einem Volleyschuss, der das Ziel aber knapp verfehlt.
Nach der Pause ist GC bemüht, den Schaden wiedergutzumachen, doch viel Gefährliches gelingt ihnen nicht, denn die Abwehr des FCZ steht auch heute gut. Der Ausgleichtreffer fällt dann aber doch (52′). Der FCZ befreit per Kopf nach einem Eckball, doch der Ball landet ausserhalb des Strafraums genau beim schön frisierten GC-Spieler Huber. Dieser trifft aus grosser Distanz und durch viele Beine hindurch ins Netz. Der FCZ reagiert eigentlich gut und hat in der Folge einige gefährlich Strafraumszenen, doch es fehlt der letzte Pass oder der genaue Schuss, um einen Sieg mitzunehmen. Wenn’s dann mal gefährlich wird, winkt der Linienrichter bestimmt Offside und macht mit vielen umstrittenen Entscheiden seinem sehr souveränen Chef auf dem Platz keine Ehre. Bei einem schön vorgetragenen Konter (78′) fehlen dem letzten Pass auf den eingewechselten Emeghara wenige Zentimeter zum perfekten Zuspiel, doch so kann der Goalie noch knapp klären und die Aktion geht bloss als letzte bemerkenswerte Chance in die Bücher ein.
So endet auch dieses Derby unentschieden, doch die Leistung war um einiges engagierter als letzte Woche. GC hätte sich auch über eine Niederlage nicht beklagen dürfen, aber eine Galavorstellung des FCZ war’s dann auch nicht. Als ganz grosser Tag wird dieser vor allem Marco Mangold in Erinnerung bleiben, der wohl noch nie soviel Unterstützung bekam und diese mit seinem Tor und einer guten ersten Hälfte auch bestätigte.


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