Rainer Bieli, Mike Kleiber

Baden gegangen

„Baade esch die schönschti Schtadt vo de Wält“, tönt monoton-männlich der Chor der Ultras. Schöner, so hofft man, wird sie sein, als dieses Gebiet zwischen Dättwil und Fislisbach, wo sich die Heimstätte des FC Baden befindet und jetzt – kurz vor den Wahlen – auf den Wiesen entlang der Strasse Visagen prangen, die nur eine Mutter lieben könnte. Nicht sein bestes Gesicht zeigte heute der FC Zürich, der das zweite Spiel in Folge verlor, dabei aber im Gegensatz zur letzten Partie auch spielerisch nicht überzeugte. Nachdem die Mannschaft früh in Rückstand geraten war (5.), tat sie sich in der Folge äusserst schwer, ihr Spiel aufzuziehen. Zwar boten sich durchaus Chancen zum Ausgleich – bereits ein paar Minuten danach sah Maurice Brunner seinen Schuss auf der Linie geklärt – insgesamt passte aber zu wenig zusammen. Namentlich ungenaue Zuspiele im Aufbau zwangen Ali Imren und Davide Mariani im Mittelfeld zu viel unnötiger Laufarbeit. In der Offensive wusste ausser Brunner keiner zu überzeugen und die sonst so stabile Verteidigung wirkte nervös. Insbesondere Berat Djimsiti, sonst jeweils die defensive Versicherung der Zürcher, konnte seine gewohnt sichere Leistung nicht abrufen. Dass es mit Mariani den besten Mann auf dem Feld hatte, nützte dem Team nur insofern, als es die Partie ausgeglichen gestalten konnte. Allerdings verstand es der Gegner besser, schnell auf Angriff zu schalten, und es war der starken Leistung von Torhüter Brecher geschuldet, dass die Badener ihren Vorsprung nicht ausbauen konnten. Und sie hatten Rainer Bieli. Dieser hat zwar in zehn Saisonspielen erst einmal getroffen, und auch heute dauerte es fast bis zur Pause bis zu seinem ersten Anschluss (natürlich volley!), der aber beinahe ins Seitenaus ging. Allerdings rennt Bieli Kilometer und dirigiert seine Mannschaft von hinten und von vorne. Diese Rübe hat noch viel Saft! Zwar ist Bieli erst 32, einige seiner heutigen Gegenspieler aber waren gerade einmal ein oder zwei Jahre alt, als der junge Rainer seine ersten Profispiele absolvierte. Und wenn es heute gefährlich wurde, kamen die entscheidenden Zuspiele jeweils von ihm, so auch beim einzigen Treffer. „Keiner wie Rainer“ gehört, zumindest in Baden, zurecht auch ins Repertoire der Sänger. Die Zürcher tun dagegen gut daran, die Partie nüchtern zu analysieren. Zu bemerken wäre ausserdem, dass der ehemalige Zürcher Luca Ladner beim FC Baden zu einem Kurzeinsatz kam. (Fotos: Markus Scherer)

FC Baden – FCZ U21 0:1
Brecher; Di Gregorio, Djimsiti, Morina, Thoma; Audino, Imren, Mariani, Brunner (46. Nsiala); De Filippo (62. Kleiber), Drmic

 


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