Josip Drmic

Das Beste kommt zum Schluss

Zum zweiten Mal innert 14 Tagen entscheidet die U21 ein Spiel durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 3:2 für sich. Während man gegen Muttenz einen 0:2-Rückstand aufzuholen hatte, war heute der Gegner aus Thun nur um ein Tor voraus, spielte dafür aber während 70 Minuten in Überzahl. Torhüter Brecher hatte sich bei einem langen Ball verschätzt, das Spielgerät nicht festhalten können und deshalb gleich den ganzen Stürmer von hinten gepackt und nicht mehr losgelassen. Platzverweis und Penalty waren die logische Folge, der eingewechselte Novem Baumann, ganze 15 Jahre alt, konnte das 0:1 nicht verhindern. Die Zürcher agierten in der Folge mit dem wiedergenesenen Xavier Margairaz und Dalibor Stojanov als Doppel-10, während Yassine Chikhaoui, der erstmals ein Spiel über 90 Minuten ging, und Josip Drmic fleissig ihre Postionen im Sturmzentrum und im linkem Mittelfeld abtauschten. Während Margairaz einen guten Eindruck machte, viel Einfluss aufs Spiel nahm und das Kombinationsspiel im Mittelfeld antrieb, wirkte der Tunesier zu Beginn etwas kraftlos, steigerte sich im Verlauf des Spiels aber. Leider muss er in der 1. Liga sehr viele Fouls einstecken, eine Folge seines Rufs als magischer Techniker. Hier ruft kein Torhüter: „Pass auf den Siebzehner auf!“, hier heisst es: „Da kommt Chikhaoui!“ Allzu lange dürfte es aber nicht mehr dauern, bis endlich wieder Einsätze in der Super League folgen.
Eine erste Wende nahm die Partie, als Margairaz innerhalb von wenigen Minuten erst einen Penalty herausholte, welchen Ivan Audino souverän verwandelte (34.) und dann geradezu genialisch Drmic lancierte, der den Thuner Torhüter umspielen und zum 2:1 einschieben konnte. Thun konnte zwar nach der Pause noch einmal ausgleichen (56.) aber die spielbestimmende Mannschaft war der FC Zürich. Man kombinierte gut, spielte schnell nach vorne und störte den Gegner früh. Die Thuner zeigten sich zunehmend genervt, ihr deutscher Trainer brachte es auf den Punkt, als er zehn Minuten vor Schluss schrie: „Ihr seid zu elft!“ Dass die Spielweise der Zürcher zwar von einem guten Selbstbewusstsein zeugt, aber auch sehr risikoreich ist, zeigte sich in der Schlussphase, als die Gäste doch noch einmal etwas Druck erzeugen und sich einige gute Torchancen erarbeiten konnten. Einem Schuss an die Latte folgte aber im Gegenzug das 3:2 durch Ivan Audino, der heute als Captain und Einpeitscher gross aufspielte. Dass sich der Platzspeaker wie schon zwei Wochen zuvor beim Siegtreffer in der 93. Minute wähnt, während im Matchtelegramm die 92. notiert ist, zeigt, wie schön Last-Minute-Siege immer wieder sind. (Fotos: Markus Scherer)

FCZ U21 – FC Thun U21 3:2
Brecher; Di Gregorio, Djimsiti, Schmid, Thoma; Kleiber (25. Baumann), Stojanov, Margairaz (46. Imren), Audino; Chikhaoui, Drmic (81. De Filippo)

Nächster Lokaltermin: Samstag, 17.9. 16:00 FCZ U21 – FC Basel U21

 

 


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