Der Strich

Die SFL, allen voran deren Präsident Peter Stadelmann, überlegt sich seit kurzem eine Aufstockung der Super League auf 12 Mannschaften und die Wiedereinführung von Qualifikations-, Final- und Auf-/Abstiegsrunde — und damit auch des berühmt-berüchtigten «Strichs». Einige Medien feiern dies bereits als glücksbringende Heilsbotschaft (mehr Spannung! mehr Zuschauer!). Der Strich war 2003 abschafft worden; Sven Hotz fiel damals ein ganzes Mehrfamilienhaus vom Herzen. Der ehemalige FCZ-Goalie und heutige Chefredaktor des «Sport», Patrick Mäder, blickt in einer Kolumne auf sportalplus.com auf die Strichkämpfe beim FC Zürich zurück:

Der nächste Tag war Strichkampftag. Fussball machte uns keinen Spass. Die Kunst des Spiels wurde in den Teamsitzungen gar nie angesprochen, schon gar nicht gefordert. Wen interessiert die, wenn allein das Resultat über Sein oder Nichtsein entscheidet? Punkte (damals gab es noch zwei pro Sieg) mussten her. Ganz egal wie. Kein Wunder, waren unsere Kicks meist unterirdisch schlecht. Wir hatten die präsidialen Drohungen im Nacken, einen disziplinierenden Strafenkatalog für Verfehlungen im Kopf und unerklärbare Unsicherheit in Händen und Füssen. Wir waren am Arsch und nicht die einzigen. Jedes Jahr im Herbst wars das gleiche Drama: Fast alle Teams mussten zittern, um sich im Dezember unter die ersten Acht retten zu können. Diesem verdammten Strich konnte sich einfach keiner entziehen.

Mäder kommt deshalb zum Schluss: «Die Probleme, welche den Strich im Jahr 2003 nach 16 Jahren der Angstherrschaft zum Verschwinden zwangen, werden bei seiner Rückkehr an die Macht wieder dieselben sein.»


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