Jordi Nsiala

Derbyzeit

Nur einen Tag nach dem 229. Stadtderby der Zürcher Profiklubs stand heute in der 1. Liga bereits wieder eines auf dem Programm. „Wo wird gespielt? In Niederhasli oder Zürich,“ wurde man gefragt. Nicht doch! Die Nachwuchsspieler des GC haben bekanntlich den Sprung in die dritthöchste Spielklasse verpasst und spielen eine Liga tiefer als ihre Kollegen vom FCZ. Stattdessen misst man sich heuer mit dem SC YF Juventus, momentan hinter dem FC Basel II auf dem zweiten Tabellenrang. Während bei prächtigem Herbstwetter nebenan ein Grümpelturnier der Gastrobranche ausgetragen wurde (Spiel um Platz 3: Marriott gegen Radisson), ging es in diesem Spitzenkampf etwas professioneller zu. Allerdings trug der Captain der Gäste eine Armbinde aus Klebeband und der nominelle Stürmer musste bereits nach drei Minuten verletzt vom Feld, nachdem er offenbar bereits angeschlagen ins Spiel gegangen war. „Das chasch bim Iilaufe säge!“, tobte sein Trainer. Die Unterstützung von aussen aber war erstklassig. Überhaupt das beste an YF Juventus ist mit Sicherheit sein Präsident, der die Mannschaft an der Seitenlinie anfeuert, als gäbe es kein Morgen. Che matto! Begleitet wird er von leicht übergewichtigen Männern im „besten Alter“ in engen rosaroten Polohemden und Cargohosen, die sich mit ihm aufregen. Ein erstes Mal dürfen sie das nach einer Viertelstunde so richtig, als das 1:0 für Zürich fällt. Das Sturmkollektiv funktioniert: Mariani läuft mit dem Ball, Kleiber geht in die Gasse und macht so De Filippo frei anspielbar. Es scheint ein Eigentor von Goalie Djukic zu sein, der Speaker gibt den Treffer De Filippo. YF Juventus (mit dem ehemaligen FCZ-Junior Alija Goljica) spielt gradlinig nach vorne. Das Motto: Kein Risiko. Zu einer Torchance kommt es in der ersten Halbzeit nur einmal, als ein Ball vom Pfosten auf den Fuss eines Angreifers springt, allerdings aus kaum zwei Metern Distanz und somit unkontrollierbar. Der FC Zürich macht unter Marianis Regie das Spiel und führt zur Pause zu knapp.
Nach einer knappen Stunde bringt ein schneller Vorstoss den Ausgleich für die Gäste. Wenig später möchte der presidente dem Schiedsrichter den Lohn kürzen: Mariani wird steil angespielt und bedient Joetex Frimpong, welcher zum 2:1 einschiesst (74.) Zwischen zwei und vier Meter soll Mariani im Abseits gestanden haben, hört man nach dem Spiel. Nur mit sich selbst hadert die Mannschaft von YF Juventus nach dem 3:1. Di Gregorio hebelt die Defensive mit einem langem Querpass aus, Mariani spielt scharf zur Mitte. Wieder haben wir ein Eigentor gesehen, Mike Kleiber war zumindest in der Nähe des Balls (77.) Die Gäste finden in der zweite Hälfte besser ins Spiel, treffen zweimal den Pfosten und zwingen Yanick Brecher zu einer grossen Parade (80.) Es bleibt aber bei dem einen Gegentreffer, was beim FCZ nach 16 erhaltenen Toren in sieben Partien als positiv vermerkt werden muss. Wenn auch bei YF Juventus der Frust am Ende gross ist, widerspiegelt das 3:1 das Spielgeschehen gut. Dem FC Zürich sichert es den Anschluss an die Tabellenspitze. (Foto: Markus Scherer)

FC Zürich II – SC YF Juventus 3:1 (1:0)
Brecher; Goncalves, Schmid, R. Koch, Baumgartner; Di Gregorio (89. Nsiala), Kajevic, Mariani, Kleiber (82. Schäppi); De Filippo (61. Morina), Frimpong


Copyright 2016 #FCZ wtchblg