Galavorstellung

FCZ U21 – BSC Old Boys 5:1

Tolga MertogluAuf und davon: Tolga Mertoglu (Bild: Markus Scherer)

R. Borkovic
A. Caetano, R. Koch, D. Schiendorfer, R. Rodriguez
(61. M. Jurkemik)
T. Mertoglu, L. Ladner (60. R. Mutter), D. Stojanov, I. Audino
(71. F. Hren)
M. Brunner, J. Drmic

Die Old Boys kommen aus Basel und sie sind gleich angezogen wie ihre jüngeren Kollegen aus Bern. In der Verteidigung spielt Daniel Stucki und an der Linie sitzt der Lieblingsbasler aller Basler, Massimo Ceccaroni. Es gab also genug Gründe, um wieder mal einen Sieg zu landen. Seit Urs Fischer auf der Bank der ersten Mannschaft sitzt, läuft es nicht mehr so rund – und damit ist jetzt die U21 gemeint. Heute sollte aber alles anders kommen.
Endlich ist auch wieder mal richtig schönes Fussballwetter. Die ersten fünf Minuten sind noch dem Abtasten gewidmet und damit auch ziemlich ausgeglichen. Doch schon nach dem ersten Tor (8.) wird der FCZ das gesamte Spiel zuerst dominieren und dann kontrollieren. Das 1:0 ist nur ein Vorgeschmack auf den Rest der ersten Halbzeit. Dalibor Stojanov beweist seine brillante Übersicht und schlägt einen präzisen weiten Pass zu Luca Ladner an der Seitenlinie, welcher heute bis zur verletzungsbedingten Auswechslung ein grosses Spiel macht. Seine Flanke kommt perfekt auf den kurzen Pfosten, wo Josip Drmic in bester Stürmermanier einnickt. Nun fängt das Spiel, an richtig Spass zu machen. Doppelpässe, Dribblings, harte Tacklings, schöne Pässe, alles ist dabei. So auch beim Konter in der 25. Minute, der das zweite Tor bringen müsste. Ein Befreiungsschlag gelangt an der Mittellinie zu Ivan Audino, dieser verarbeitet den Ball volley zu einem tödlichen Steilpass auf Drmic. Während Drmic auf den Goalie zuläuft, applaudiert das Publikum schon – wegen des Steilpasses – und freut sich auf das Tor, doch Drmic hat zu viel Zeit zum Nachdenken und verschiesst. Dies war aber der Auftakt zu Ivan Audinos grosser Show. Nur vier Minuten später klärt Raphael Koch eine Strafraumsituation, niemand greift ihn richtig an, also läuft er weiter bis über die Mittellinie. Da sein Stürmerblut nun schon in Wallung ist, schlägt er auch gleich noch den perfekten Pass in den Strafraum, wo Audino den Ball erläuft. Bedrängt von zwei Verteidigern, überlobt er wunderbar den herausstürmenden Goalie: 2:0. Nun folgen schöne Spielzüge im Minutentakt. Die Basler stellen die Statisten, Zürich die Künstler. In der 35. Minute schlägt Koch seinen nächsten langen Pass. Dieses Mal versucht Maurice Brunner den Heber, leider knapp daneben. Das Comeback von Brunner ist ansprechend, doch er verdribbelt sich heute noch oft. Eine Minute später folgt dann doch das 3:0. Audino setzt sich an der Aussenlinie resolut durch und kommt bis in den Strafraum. Hier spielt er eine Schulbuch-Doppelpass mit Drmic, um dann souverän abzuschliessen. Bis zur Pause bleibt immer noch Zeit und was noch fehlt, ist ein direktes Freistosstor. Dies erledigt Ricardo Rodriguez. Drei Spieler stehen in der 43. Minute beim Ball, als Rodriguez ohne Anlauf mit Links abzieht und aus 25 Metern den Ball perfekt im langen Eck zum 4:0 unterbringt. Fast mit dem Pausenfpiff hat dann nochmals Brunner eine Möglichkeit. Eine wunderbarer Konter, wieder gespickt mit einem blinden Doppelpass, lässt ihn frei auf den Torhüter laufen, doch er vergibt erneut knapp.
Zur Pause gab’s zwar nur Bier und Wurst, doch das Wort Champagnerfussball lag in der Luft. Während der FCZ schon längst wieder auf dem Platz ist, fragt man sich langsam, ob der BSC wohl schon früher abgereist ist. Irgendwann tauchen sie doch wieder auf und das Spiel kann in die zweite Hälfte gehen.
Schon nach vier Minuten haben die Gastgeber die nächste Chance. Aus einem Gewühl im Strafraum heraus kommt, einmal mehr, ein Lob, der das Tor aber knapp verfehlt.  Die zweite Hälfte erreicht sonst aber nicht mehr die Klasse der ersten. Der Spielstand ist zu klar, die Basler haben sich längst aufgegeben und der FCZ hat alles unter Kontrolle. Um etwas Spannung zu schaffen, braucht es Fehler der Zürcher. Den ersten leistet sich Torhüter Borkovic in der 60. Minute. Er will den Ball werfen, doch fällt er ihm zu Boden. Statt ihn mit dem Fuss wegzuspielen, nimmt er ihn nochmals auf, was zu einem indirekten Freistoss aus etwa zehn Metern führt. Doch der BSC macht selbst aus dieser Situation nichts. Sie scheinen sich ein Beispiel an ihrem Trainers zu nehmen, der in seiner ganzen Profikarriere nie ein Tor erzielte. Das nächste Geschenk macht Verteidiger André Caetano, und dieses Mal wird es auch angenommen. Sein Rückpass auf Borkovic ist zu schwach, sodass ihn sich der gegnerische Stürmer erlaufen kann. Er umdribbelt den Goalie und schiebt ein zum Ehrentreffer.
Der FCZ erwacht noch einmal und hat sofort wieder Möglichkeiten. Tolga Mertoglu hat nun ein Hoch und lässt seine Fähigkeiten erkennen, sowohl Raoul Mutter wie Drmic vergeben grosse Chancen. Zu Beginn der Nachspielzeit gibt es dann doch noch einmal ein Tor zu bejubeln. Mutter schlägt einen Eckball auf den langen Pfosten, wo der ebenfalls eingewechselte Jurkemik per Kopf seinen ersten Saisontreffer erzielt.
Ein sehr unterhaltsames Spiel geht zu Ende und sichert der FCZ U21 wieder die Tabellenführung der Gruppe 2. Mit 57 Punkten sind sie im Moment sogar das beste Team der ganzen 1. Liga. Am 22. Mai kommt es also in Zürich zum Finale am grossen Derby der „Kleinen“. Mit einem Sieg gegen YF Juventus ist der erste Platz der Gruppe 2 sicher. Es gibt also keine Gründe, dieses Spiel nicht zu besuchen. Schaffen wir dem Nachwuchs eine einmalige Kulisse!

Maurice Brunner, Daniel StuckiMaurice Brunner mit Grinta, Daniel Stucki locker-lässig.


Copyright 2016 #FCZ wtchblg