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Gespräch mit Remo Staubli

fcz.watchblog: Remo, kannst du dich an deinen letzten Ernstkampf überhaupt noch erinnern?

Ja, das war mit der U21 gegen Baden im November vor einem Jahr. Nach 15 Minuten musste ich wegen einem Muskelfaserriss ausgewechselt werden. Mit der 1. Mannschaft hab ich zum letztenund einzigen Mal im neuen Letzigrund gespielt. Die letzten 5 Minuten gegen Xamax am 7. Oktober 07.

Und dein letztes Tor für die 1. Mannschaft war das Siegestor zum 2:1 in Sion im April 07?

Nein, da gabs zwei Wochen nachher noch eines gegen St.Gallen. Naja, so ein halbes. Der Ball ist irgendwie reingekugelt – aber ich hab ihn noch berührt und nicht Santos, der als Torschütze geführt wird! (lacht)

Ok, ich werde es als Korrekturantrag unserem internen Datenbankverantwortlichen (http://www.igang3.ch/dbfcz) weiterleiten.

Was ist inzwischen alles passiert?

Dann kam die lange Zeit der Verletzungen. Verhärtung im Oberschenkel, Adduktoren, Muskelfaserrisse. Eigentlich alles relativ kleines Zeugs, das aber hartnäckig ist und gut auskuriert werden muss. Und zwischendurch gings immer wieder. Ich stand kurz vor dem Comeback. Aber jeweils nach 2-3 Wochen voller Belastung schmerzte es mich wieder am inneren Oberschenkel. Es ging wieder nicht.

Wie war dieses Auf und Ab für dich?

Scheisse! Einfach nur Scheisse! Anfangs hatte ich noch die Schule, die mich ein bisschen auf andere Gedanken brachte. Im Herbst hab ich dann Matura gemacht. Nachher hatte ich nur noch Fussball im Kopf und zuerst gings aufwärts. Vielleicht war ich zu ehrgeizig und ungeduldig.

Rund um deine Abwesenheit kamen auch viele Gerüchte auf. Das „Goldküstensöhnchen“ seiverweichlicht und nicht mehr motiviert, hiess es zum Beispiel.

Was soll ich dazu sagen? Stimmt, ich wohne in Meilen an der Goldküste und ein gutes Verhältnis zu meinem Vater habe ich auch. Aber wer mich kennt weiss, dass ich voll für den Fussball lebe und immer mit 100 Prozent Wille gearbeitet habe für mein Comeback beim FCZ. Überhaupt lernt man in so einer schwierigen Zeit die Leute kennen, die wirklich zu einem stehen. Das ist ein Vorteil.

Wer hat dich am besten gestützt in dieser Zeit?

Mein Vater hat mich sehr gestützt. Er war früher als aktiver Zehnkämpfer auch immer wieder lange verletzt und weiss, wie das ist. Meine ganze Familie war wichtig. Und Urs Fischer und Andy Ladner hat mich immer wieder motiviert. Im Team hatte ich vorallem Schönbi (Marco Schönbächler) der mich aufmunterte.

Und jetzt, schon wieder eine Hiobsbotschaft: Leistenbruch. Operation. Eigentlich müsstest du jetzt deprimiert hiersitzen aber du wirkst recht gelöst?

Das bin ich auch. Letzte Woche hat man beim Ultraschall herausgefunden, dass ich mit grosser Wahrscheinlichkeit einen einfachen Leistenbruch rechts und einen doppelten links habe. Endlich eine Diagnose, mit der ich was anfangen kann und die meine Schmerzen in der Leistengegend erklären. Ich weiss zwar nicht, wie lange ich das schon habe aber vielleicht erklärt es vieles.

Wirst du jetzt operiert?

Diese Woche laufen noch einige Tests. Am Dienstag 2. Dezember gehts dann los.

Und wann bist du zurück?

Mein Ziel ist es im Trainingslager in Spanien vom Januar mit Aufbautraining wieder dabei zu sein. Ich will bald wieder zurück sein nach meiner langen Pause. Dafür gebe ich alles!


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