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Gespräch mit Florian Stahel (1)

Zwei Wochen ist es her, seit Florian Stahel den FC Zürich in Richtung Luzern verlassen hat. Der Stadtzürcher verabschiedet sich nach 228 Pflichtspielen, sieben Toren, drei Meistertitel und einem Cupsieg vom Stadtklub. Der Wechsel zwischen den beiden Champions-League-Spielen gegen Bayern München kam für viele Fans überraschend. Mit Stahel verliert der FCZ das letzte Zürcher Urgestein in seinem Kader. Auch nach seinem Wechsel spricht Stahel immer noch «vo eus», wenn er über den FCZ spricht. Der fcz.watchblog hat den Flankengott vom 13. Mai zum Interview getroffen.

Florian, in den letzten Wochen drehte sich beim FC Zürich alles um die beiden Champions-League-Partien gegen die Bayern. Inmitten dieser Euphorie hast du den FCZ verlassen, wie ist es dazu gekommen?
Begonnen hat es mit meiner Meniskusverletzung anfangs dieses Jahres. Ich verletzte mich damals im Spiel gegen Neuchâtel Xamax. Als ich Ende Rückrunde wieder fit war, setzte Trainer Urs Fischer nicht mehr auf mich. Als Kämpfer und Stadtzürcher wollte ich mich beim FCZ jedoch durchbeissen. Die Vorbereitung für diese Saison verlief gut und weil Philippe Koch mit der U21-Nationalmannschaft an der EM war, durfte ich mir anfangs Saison durchaus Hoffnungen auf einen Stammplatz machen.

Im ersten Spiel gegen Sion bist du dann auch in der Startformation gestanden…
… das ist so. Doch bereits im zweiten Spiel gegen Servette war ich nicht mehr in der Startaufstellung. Ab dem Lüttich-Spiel stand ich nicht einmal mehr im Aufgebot. Das tat weh. In dieser Zeit kamen bei mir die ersten konkreten Wechselgedanken auf. Bereits in der Sommerpause hätte ich nach St.Gallen oder Lausanne wechseln können. In die Challenge League wollte ich jedoch nicht und für Lausanne hätte ich in Zürich alles aufgeben müssen. Nun kamen aber der FC Luzern und vor allem Trainer Murat Yakin auf mich zu, der mich unbedingt wollte. Diese Aussicht auf Einsätze wollte ich wahrnehmen.

Der FC Luzern ist also die perfekte Adresse? Ein ambitionierter Super League Klub mit einem Trainer, der auf dich setzt, zudem nahe von Zürich.
Als Stadtzürcher kann ich den FC Luzern mit mir vereinbaren. Ein Angebot von GC oder Basel hätte mich vor einen unangenehmen Entscheid gestellt, der mit meinem Gewissen nur schwer zu vereinbaren gewesen wäre. In Luzern stimmt nun alles. Mit Murat Yakin habe ich einen Trainer, der auf mich setzt und mit dem neuen Stadion ist auch eine gewisse Euphorie vorhanden. Dazu kommt, dass ich weiter in Zürich wohnen kann.

Du bleibst also in Zürich?
Es würde für mich wenig Sinn machen, diese Stadt zu verlassen. In Zürich leben meine Familie und meine Freundin. Ich selber fühle mich im Kreis 6 zuhause. Auch wenn ich in Luzern eine Wohnung hätte, meine Freizeit und mein Privatleben würden sich in Zürich abspielen.

Der Kreis 6 ist auch nicht weit vom Letzigrund entfernt. Wird man dich dort auch in Zukunft ab und zu wieder antreffen?

Keine Frage. Der FCZ ist mein Verein. Hier habe ich seit ich 15 bin verschiedene Juniorenstufen durchlaufen und alle meine bisherigen Erfolge gefeiert. Der Wechsel nach Luzern ist der erste in meiner Karriere und mir keinesfalls leicht gefallen. Er ist auch aus rein sportlicher Sicht zustande gekommen. Mit 26 Jahren bin ich noch zu jung, um mich mit einem Reserveposten zufrieden zu geben. Die sportliche Perspektive war mir beim FCZ nicht mehr gegeben. Der Wechsel kam zum richtigen Zeitpunkt.

Der 2. Teil des Gesprächs mit Florian Stahel folgt morgen.


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