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Gespräch mit Florian Stahel (3)

Auch mit dem FC Luzern läuft es dir zurzeit sehr gut. Zuerst der 3:1-Sieg gegen Basel und nun das Spiel gegen GC bei dem du mit deinem Tor für den Sieg verantwortlich warst.
Das ist natürlich super. Gerade die Spiele gegen GC werden für mich immer etwas sehr Spezielles bleiben. Ein Spiel gegen GC ist und bleibt für mich ein Derby – auch wenn ich nun in Luzern spiele.

Wie ist es eigentlich für dich, dass du vom FCZ nie richtig verabschiedet wurdest?
Der Wechsel nach Luzern ging sehr schnell und vor dem Spiel in München über die Bühne. Als der FCZ dann wieder in der Meisterschaft spielte, hatte ich mit Luzern mein erstes Spiel. Beim Rückspiel gegen die Bayern war es nicht möglich eine Verabschiedung durchzuführen, da die Auflagen der UEFA vor einem solchen Spiel enorm sind. Ob der FCZ nun noch einen Abschied plant, weiss ich nicht. Natürlich ist es schade, dass ich mich nicht von den Fans und insbesondere der Südkurve verabschieden konnte. Diese Kurve und diese Fans sind einmalig. Eine solche Unterstützung und Treue dem Team gegenüber gibt es sonst wohl nirgends. Im Dezember 2007 lagen wir gegen Bayer Leverkusen 0:5 im Rückstand, es war bitterkalt, doch die Südkurve war in der 85. Minute noch gleich laut wie sonst. Nach dem Spiel kamen sogar die Verantwortlichen von Leverkusen zu uns und sagten, dass sie eine solche Unterstützung noch nie erlebt hätten. Solche Fans sind einmalig! Darum war es mir immer wichtig, dass sich die gesamte Mannschaft auch nach Niederlagen den Fans stellte. Es kam schon vor, dass ich in die Kabine ging und einen Spieler vor die Kurve rief.

Du machst den Übergang zu Europa. Gegen die Bayern war der FCZ chancenlos. Nun spielt er gegen Lazio Rom, Sporting Lissabon und Vaslui. Wie stehen die Chancen?
Ich glaube der FCZ hat durchaus Chancen in dieser Gruppe zu bestehen. In den letzten Jahren war für uns auf europäischer Ebene vieles neu. Nun kann die Mannschaft von diesen Erfahrungen profitieren. Klar, gegen die ganz Grossen wird es auch in Zukunft schwierig bleiben. Das hat aber auch mit dem (zu) grossen Respekt vor diesen Mannschaften zu tun. Ich erinnere mich, als wir in der Champions League in Madrid 0:1 im Rückstand lagen, wechselte Trainer Bernard Challandes in der 76. Minute einen Mittelfeldspieler für einen Stürmer ein. Daraufhin kam Cristiano Ronaldo zu mir und fragte, ob wir eigentlich nicht gewinnen wollten.

Die Zukunft heisst nun FC Luzern. Was sind deine Ziele mit den Innerschweizern?
Ich will beim FC Luzern wieder zum Stamm- und Führungsspieler werden. Dazu wollen wir in der nächsten Saison europäisch Spielen. Das wird zwar schwierig, ist mit dieser Mannschaft aber durchaus möglich.

In der nächsten Runde kommt es zum Duell zwischen Luzern und dem FCZ. Mit was für Gefühlen gehst du in dieses Spiel?
Ich will zeigen, dass es falsch war nicht mehr auf mich zu setzen, und gewinnen – das ist klar. Es ist aber nicht so, dass ich auf Rache aus bin und mit Wut ins Duell gegen den FCZ steige. Wenn ich mich am Schluss sogar noch von den FCZ-Fans verabschieden könnte, wäre es super!


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