Gönd si doch uf’s Feld

FC Baden 1:3 FCZ U21

O. Lattmann

A. Goljica, J. Wuhrmann, P. Koch, M. Challandes

J. Santana (65′ V. Doda), T. Tarchini, M. Büchel, A. Vasquez (68′ F. Di Gregorio)

M. Mangold, G. Ivanishvili (78′ I. Emeghara)

Der FC Baden verlor letzte Woche gegen die SV Schaffhausen im Cup deutlich mit 0:3. Das war wohl mit ein Grund, wieso heute kein Eintritt verlangt wurde und dank eines Sponsors alle gratis ans Spiel gegen den FCZ durften. Beim Heimclub war also Wiedergutmachung gegenüber den Fans angesagt. Diese erschienen zwar nicht so zahlreich (550 Pers.) wie das letzte Mal, doch das treue fünf Mann starke Grüppchen hinter dem Tor sang auch heute wieder tapfer durch. Von einer Reaktion der Mannschaft war vorerst aber nichts zu spüren. In den ersten fünfzehn Minuten machte der FCZ das Spiel und kam in der 10′ zu einer Doppelchance mit George Ivanishvili und gleich anschliessend Javier Santana. Nach einer Grosschance in der 16′ übernahm dann Baden immer mehr das Spieldiktat. Die gute Verteidigung des FCZ mit einem sehr sicheren Philippe Koch und die erschreckende Uneffizient von Ex-FCZler Gezim Sadiku und seinen Mitspielern liessen aber keine Treffer zu. Der FCZ nützte eine weitere eigene Chance besser aus und schoss in der 22′ das 0:1. Tito Tarchini traf per Direktabnahme auf eine perfekte Flanke vom heutigen Captain Javier Santana. Dieser leistete nur eine Minute später nochmals die Vorarbeit zu einer grossen Möglichkeit für Marco Mangold, welche der Torwart aber entschärfen konnte. Santana war heute sehr aktiv und an fast allen Angriffen beteiligt. Nach einem Corner kam Baden in der 45′ nochmals zu einer guten Möglichkeit. Orlando Lattmann konnte den verdeckten Volleyschuss aus ca. 18 Metern aber parieren. Während der ganzen Zeit schreit unser 60-jähriger Nachbar unüberhörbar taktische Anweisungen und wüste Verwünschungen aufs Feld. Nun hat ein 75-jähriger Herr zwei Plätze weiter aber wirklich genug. „Gönd sie doch uf’s Feld“ ist der Anfang eines richtigen schönen Wortgefechts und mit „mached sie das dehei, aber nöd i de Öffentlichkeit“ tritt für den Rest des Spiels Ruhe ein. Nun sind alle reif für ein Pausenbier.

In der zweiten Hälfte hat der FCZ die erste grosse Chance (57′). Erneut dribbelt sich Santana durch die Verteidiger und legt präzise für Ivanishvili auf. Dieser scheitert nur dank einer sehr guten Parade des Torwarts. In der 73′ steht Ivanishvili bei einem langen Pass meterweit im Offside. Er ist aber schlau genug einfach stehen zu bleiben, was dummerweise auch die meisten Badener machen. Der eben erst eingewechselte Fabrizio Di Gregorio erläuft den Ball und versenkt ihn unhaltbar, weil abgelenkt, im gegnerischen Tor. Das Spiel ist etwas abgeflacht, doch wenn der FCZ angreift, bleibt es gefährlich. So auch in der 83′, als Joker Innocent Emeghara einen Traumpass aus dem Mittelfeld erhält, den Goalie schön umdribbelt und dann noch die Übersicht hat den besser postierten, ebenfalls eingewechselten Vilson Doda anzuspielen. Dieser schiebt ins leere Tor ein und erzielt damit schon seinen zweiten Treffer im zweiten Spiel. Der FC Baden würgt kurz vor Spielende auch noch einmal den Ball über die Linie, doch nur eine Minute später muss ein Feldspieler bereits wieder auf der eigenen Torlinie den letzten Schuss Marco Mangolds per Fallrückzieher klären.

Die beiden Mannschaften hatten gleichberechtigte Chancen, doch irgendwie kam nie das Gefühl auf, dass Zürich verlieren würde. Eine sehr abgeklärte Leistung des jungen Teams, welches die eigenen Möglichkeiten eiskalt nutzte. Dass die vielen Abgänge so problemlos ersetzt worden sind, lässt auf eine wirklich gute Nachwuchsarbeit schliessen, die uns wohl auch in der ersten Mannschaft noch viel Freude bereiten wird.


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