Ivan Audino

Ruhestörung


Der FCZ kann die Chance, im landesweiten Ranking der U21-Teams die erste Position zu übernehmen, nicht nutzen und bleibt nach der Niederlage gegen den FC Baden hinter den Teams aus Sitten und Bern klassiert*. Es gibt Dinge, die sind stetem Wandel unterworfen. Zum Beispiel das Wetter, das sich vor Beginn der Partie gewitterschwül zeigte und den Zuschauer wenig später in feuchtkühler Atmosphäre frösteln liess. Anderes bleibt wie es ist. So scheint Rainer Bieli nach wie vor stets zu wissen, wo er stehen muss, während es seinen Gegnern schwerfällt, seine Kreise zu stören. Und auch der Gesang der Ultras bleibt von Veränderungen verschont. Inhaltlich geht es um Ruhm und Ehre und Abgrenzung („Bade, euse Kanton, euse Sto-oh-olz, euses Lääbe“), melodielos wird das Repertoire über neunzig Minuten abgeschnurrt. In der zweiten Halbzeit gibt es Unterstützung von oben: im Takt von zwei bis vier Minuten donnern Verkehrsflugzeuge im Südanflug über den Schwamendinger Sumpf. In der Pause hält der DJ dagegen. Für einmal ist kein Techno zu hören, sondern die australischen Rocker von AC/DC. Den im Kampf um den Aufstieg zur 1. Liga Promotion begriffenen Badenern geben sie zu bedenken: „It’s a long way to the top if you want to rock ’n‘ roll“. Die U21, in der Aufstellung gegenüber dem letzten Spiel nur auf einer Position verändert (für Ali Imren rückte Jordi Nsiala ins Team), zeigte eine ansehnliche Partie. Namentlich die aufgrund der Abwesenheit von Berat Djimsiti und Fabio Schmid (U19-Nationalmannschaft) neu formierte Abwehr machte heute einen wesentlich eingespielteren Eindruck. Die Automatismen funktionierten reibungslos. Aber gerade bei stehenden Bällen zeigte sich der alte Fuchs Bieli als unberechenbare Grösse. Wiederholt kam er mit Kopfbällen zum Abschluss. Nach einem frühen, wegen eines Offsides aberkannten Treffer, scheiterte er in der ersten Halbzeit mit mehreren Versuchen. Zehn Minuten nach der Pause klappte es nach einem Eckball. Dass sich Bieli bei Dalibor Stojanov aufgestützt hatte, taxierte der Schiedsrichter als regelkonform. In der Folge spielte der FCZ gefällig auf, die grösste Torgelegenheit blieb aber der Kopfball Egzon Kllokoqis aus der ersten Halbzeit, der auf der Linie geklärt werden konnte. Schliesslich brachte ein Badener Verlegenheitsschuss ins Lattenkreuz die Entscheidung (86.). Erfreulich aus Zürcher Sicht war der Auftritt von Filip Hren, der in den bisherigen Partien oft als Fremdkörper auf dem Platz gewirkt hatte, heute aber den Anschluss ans Spiel fand. Der junge Silvano Schäppi überzeugte in seinem zweiten Teileinsatz für die U21 mit frischem Spiel auf dem Flügel. Sich feiern lassen durfte einstweilen der FC Baden, der im Kampf um den zweiten Gruppenrang den Druck auf den Berner Quartierklub Breitenrain erhöht hat. Dieser wird im letzten Saisonspiel am 9. Juni zu Gast auf dem Heerenschürli sein.  (Foto: Markus Scherer)

FCZ U21 – FC Baden 0:2
Malloth; Di Gregorio, Stojanov, Kllokoqi, Baumgartner; Morina; Audino (50. Imren), Mariani, De Filippo, Hren (57. Schäppi); Nsiala (85. Da Costa)

* (Nach 28 von 30 Runden) FC Sion 53, YB 52, FC Zürich 51, FC St. Gallen 47, FC Basel 46


Copyright 2016 #FCZ wtchblg