Filip Hren

Vor dem letzten Tanz


Die Partie der U21 gegen die Old Boys bringt das Aufeinandertreffen zweier spielstarker Mannschaften, in welchem die Zürcher das bessere Ende für sich behalten und 2:1 gewinnen. Strahlender Sonnenschein und eine frische Brise boten den äusseren Rahmen, das Sprinklerwasser trieb das Geosmin aus dem heissen Asphalt. Die Mannschaften schenkten sich von Anfang an nichts, kombinierten gut und waren bemüht, schnell das vertikale Spiel zu suchen. Dass es es bei den Basler nicht an der Motivation fehlt, liegt daran, dass sie als Tabellenerster der Gruppe 2 guter Hoffnung sind, die neue Stufe in der Schweizer Fussballpyramide, die überregionale 1. Liga Promotion, zu erreichen. Der Zürcher Nachwuchs, der dieses Ziel als erste U21-Mannschaft bereits erreicht hat (heute kamen die Teams des FC Basel und FC Sion dazu), wird nun den Gruppensieg ins Visier nehmen und ausserdem versuchen, die U21-Meisterschaft für sich zu entscheiden. Vor zwei Jahren war dies gelungen, letztes Jahr blieb einzig der FC Basel dank besserer Tordifferenz vor den Zürchern. Heuer steht man noch knapp hinter der Spitze, trotzdem macht das Team in dieser Saison der Entscheidung einen noch etwas stärkeren Eindruck als in den Vorjahren. So erwies es  sich auch heute als geduldig und diszipliniert genug, das nach dem frühen Gegentreffer (15.) verlorene Konzept wieder- und ins Spiel zurückzufinden. Die erste Halbzeit wurde mit grossem defensivem Einsatz und wenig Fortune im Aufbau zu Ende gebracht, nach der Pause aber sah man einen konzentrierten und aggressiven FC Zürich. Der eingewechselte Jordi Nsiala prüfte nach wenigen Minuten den Basler Torhüter mit einem tückischen Kopfball, nur wenig später brachte sein schönes Durchspiel mit Davide Mariani das verdient 1:1 (58.) Das Spiel war in dieser Phase vom FCZ diktiert worden, und obwohl man nach dem Ausgleich zwei Teams auf Augenhöhe sah, waren es die Zürcher, die zu den grossen Torchancen kamen. Einmal streifte Ivan Audinos Weitschuss die Latte, dann wieder bekam Filip Hren den Ball im entscheidenden Moment auf den falschen Fuss. Das Zuspiel war nach schönem Solo von Giuseppe De Filippo gekommen. Dieser gab nach der Auswechslung von Ali Imren auf ungewohnter Postion im zentralen Mittelfeld eine gute Figur ab. Überhaupt bewährte sich die Spielanlage mit doppelter Sechs in der ersten Halbzeit (Imren, Morina), zwei Zehnern in der zweiten (Mariani, De Filippo), einer Spitze und beweglichen Flügelzangen. Eine davon, nämlich Audino, vermochte den Druck, den seine Mannschaft in der Schlussphase noch einmal aufbaute, mit einem trockenen Drehschuss aus 18 Metern zum Siegtreffer zu nutzen (83.) Die Old Boys bleiben zwar Erster, könnten aber noch ins Zittern kommen. Von hinten drängt der FC Baden, der seine letzten sieben Spiele allesamt gewonnen hat. Die Aargauer werden am Mittwoch der nächste Gegner der U21 sein. Mit seinen weissen Socken zu dreiviertellangen Hosen hat Old-Boys-Trainer Massimo Ceccaroni zumindest modisch bereits vorgespurt, immerhin kombiniert mit blau-weissem Hemd. (Fotos: Markus Scherer)

FCZ U21 – BSC Old Boys 2:1
Malloth; Di Gregorio, Stojanov, Kllokoqi, Baumgartner; Audino, Morina, Imren (46. Nsiala), Hren (77. Schäppi);  Mariani; De Filippo (89. Da Costa)

 


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