Was macht der Ehrenpräsident?

Der «Tages-Anzeiger» hat den ehemaligen Präsidenten und heutigen Ehrenpräsidenten des FC Zürich, Sven Hotz, besucht. Der 78-Jährige kümmert sich nun wieder voll um sein Geschäft: «Er ist aufgelebt, seit er die Doppelbelastung mit Geschäft und Fussball aufgegeben hat. […] Erstaunlicherweise sei es ihm relativ leicht gefallen, den FCZ, ‹mein sechstes Kind›, loszulassen.»

Er denkt, der Klub sei bei seinen Nachfolgern Ancillo Canepa und René Strittmatter in guten Händen – auch wenn sie viel verändert haben und längst nicht alles so machen, wie er es getan hätte. Hotz, der Patron alter Schule, hat das Geschwätz von der Champions League und die seiner Meinung nach zu hohen Eintrittspreise im neuen Letzigrund nie goutiert. Nun zeigt er sich zufrieden, dass seine Nachfolger auf die nächste Saison hin die Preise senken. Er sagt: «Die Fans gehören auch zum Kapital eines Fussballklubs.»

Hotz hat bei seinem Rücktritt auf einiges Geld verzichtet. Bei der Sanierung der Klubfinanzen willigte er in einen Forderungsverzicht von 5,7 Millionen Franken ein. Wie viel von seinem privaten Geld der FCZ während seiner Präsidialzeit verschlungen hat, ob 20, 30 oder noch mehr Millionen, mag er auch heute nicht verraten.

Das Geschehen im und um den FCZ verfolgt er noch immer sehr genau, auch wenn er nicht mehr bei jedem Heimspiel im Letzigrund sitzt. «Ich bin hellwach», bemerkt er. Beim Abschied ist er zum Ehrenpräsidenten ernannt worden, er hält rund 25 Prozent des Aktienkapitals in seinen Händen und ist neben Canepa und Strittmatter wichtigster Aktionär. Dazu gehören ihm Transferrechte an einer Vielzahl von Spielern. Zuletzt hat er beim Verkauf von Cesar nach Dubai und von Raffael nach Berlin gut verdient. Neue Spieler wie Chikhaoui oder die drei Schweden Djuric, Vasquez und Tahirovic wurden vorab von Canepa und Strittmatter finanziert. Hotz ist das recht so. Aber er sagt doch: «Sollte es dem FCZ, aus welchem Grund auch immer, einmal nicht mehr so gut gehen, dann bin ich für den Klub da.» Dieses Versprechen hat er einst dem legendären Edi Naegeli, einem seiner Vorgänger, am Sterbebett gegeben.


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