Das grosse Vorbild England…

In Schweizer Stadien, so auch am letzten Wochenende bei FC Basel – FC Zürich oder GC Zürich – FC Luzern oder YB Bern – FC Aarau oder Servette FC – FC Winterthur oder FC Locarno – FC Schaffhausen, ist es bis jetzt immer noch erlaubt, zu stehen und zu singen und zu schreien. Auch wenn es in modernen Schweizer Stadien zum Teil keine Stehplätze mehr gibt, ist bis jetzt noch kein Ordner, Verein und auch keine Behörde auf die Idee gekommen, Leute zum Sitzen zu zwingen. Geschweige denn, sie zur Ruhe zu ermahnen.

Manchmal muss der geneigte Fussballfan dann trotzdem immer wieder lesen, dass er oder sie sich doch endlich ein Beispiel am gelobten Fussballland England nehmen soll, das alle Probleme gelöst hat – und für alle Matchbesucher ein rundum perfektes Erlebnis anbietet (in Deutschland z.B. wurde das alles anders gelöst, aber das ist ein anderes Thema…).

Wie das in England aussehen kann, lehrt uns das Beispiel des FC Middlesbrough, aktuell 19. der englischen Premier League. Dort verfasste nämlich die Fanbeauftragte des Vereins kürzlich einen Bittbrief an die Fans im «Sektor 53A», doch bitte ihre Emotionen mehr im Zaum zu halten: «Der Klub ist dankbar für euren lautstarken Support… aber das «Safety Certificate for the ground» erlaubt es nicht, dass ihr aufsteht… Ich will euch nicht daran hindern, aber bitte, setzt euch dazu… Dann wären alle beteiligten Parteien glücklich… Ich erhalte mehr und mehr Beschwerden unserer Fans, die um euch herumsitzen, über das ständige Aufstehen aber auch den dauernden Lärm… Bitte, macht Lärm, wenn wir ein Tor schiessen, aber dieser dauerende Lärm macht andere Fans verrückt.»

Glücklich also, sind wir in der Super und Challenge League, wo die, die «Lärm» machen wollen, und die, die «Ruhe» haben wollen, immer noch ein gemeinsames Stadion finden. Und darum möchten wir von keinem Sportreporter oder Politiker mehr hören, dass England das gelobte Fussballland ist.

Wir empfehlen folgenden Link: Standing areas in England.


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