Guter Kampf, kein Ertrag

SC YF Juventus – FCZ U21 1:0

Dalibor StojanovNeue Haarfarbe, alter Kampfgeist: Dalibor Stojanov

Baumann
L. Di Gregorio, Schiendorfer, R. Koch, Thoma
Güntensperger (59. Mariani), Stojanov, Tarchini, Santana
(79. Mutter)
Schönbächler (59. Drmic), Tahirovic

Das verhältnismässig warme Wetter lockt viele Zuschauer auf den Sportsplatz Juchhof, wo das letzte Stadtderby des Jahres stattfindet. Das Team muss heute aufgrund der vielen Nati-Absenzen (U17: Goncalvez, Buff, Rodriguez; U19: Audino, Brunner; U21: Lattmann) umgestellt werden. So hat Torhüter Nico Baumann seinen ersten Einsatz in dieser Saison und die Verteidigung wird mit Marcel Thoma aus der U18 ergänzt. Die Mannschaft steigt engagiert ins Spiel ein. Trotzdem liegt der Ball bereits in der 7. Minute im Zürcher Tor. Glücklicherweise ist das Spiel aber kurz zuvor wegen einer Offsideposition bereits abgebrochen worden. Als kurze Zeit später ein weiterer Schuss aufs Tor von Baumann gelangt, steht dieser am richtigen Ort und kann die Situation entschärfen. Dieser holprige Start bringt eine Zuschauerin zu einem Vergleich mit der U17-Nationalmannschaft: „Also bis jetzt händs no nüt vo ihrne Kollege in Nigeria abgluegt, die spiled wiitus besser als die da!“ Als ob Santana diese Wort gehört hätte, schnappt er sich kurz darauf den Ball und tänzelt um mehrere gegnerische Spieler herum, bleibt aber am Ende doch noch hängen, was Tahirovic nicht zum ersten Mal in diesem Spiel zu Händeverwerfen veranlasst. Ein weiterer schöner Angriff über Stojanov, Schönbächler und Güntensperger kann der wunderschön angespielte Schwede alleine vor dem Torwart nicht verwerten. Nebst diesen vereinzelten Chancen vom FCZ, spielt sich die Partie aber mehrheitlich in der eigenen Platzhälfte ab. Das Spiel bietet zu diesem Zeitpunkt nur wenig spannende Szenen, was die Zuschauer zu Gesprächen über den Verbleib von Chikhaoui und Abdi veranlasst. Ein kleiner ballspielender Junge zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Doch meint dieser: „Hey, nöd zueluege, ihr münd det luege!“ und verweist unsere Blicke wieder aufs Spielfeld zurück, wo die etwas nervös wirkenden Zürcher gerade einige Bälle verstolpern und andauernd in der gegnerischen Abwehr hängen bleiben.
Captain Schiendorfer versucht dies mit einem „Chli ruhiger vorne“ zu korrigieren. Seine Mitspieler scheinen ihm zu gehorchen und in der restlichen Spielzeit der ersten Halbzeit sehen die Zuschauer ein sehr ausgeglichenes Spiel in das beide Torhüter selten eingreifen müssen. Nur bei Standardsituationen werden die Gegner immer wieder gefährlich und folgerichtig fällt dann auch das Tor zum 1:0 für YF Juventus bei einem Corner. Zwar stehen etwa vier Zürcher um Juves Nr.24, es fühlt sich aber niemand verantwortlich für ihn und so kommt er freistehend zum Kopfball, den er sicher verwertet. Dieser Treffer gibt den Gegnern neuen Schwung, der FCZ rennt oft dem Ball hinterher und wir sind froh, dass die erste Halbzeit nur noch 5 Minuten dauert.

Die zweite Halbzeit beginnt genauso wie die erste aufgehört hatte, Zürich ist zwar engagiert, aber selten torgefährlich und steht immer wieder im Offside. Bereits in der 51. Minute lanciert Schönbächler Tahirovic ein weiteres Mal wunderschön, dieser sieht nur noch einen Verteidiger zwischen sich und dem gegnerischen Torwart, stolpert aber einmal mehr und bleibt lange liegen, während die Zuschauer sich über den „Gstabi“ aufregen. Kurz darauf stürmt Schiendorfer nach vorne und bedient nach einem schönen Sololauf wieder Tahirovic, doch dieser springt am Ball vorbei. Auch beim darauffolgenden präzisen Freistoss von Leandro Di Gregorio liegt Tahirovic schon am Boden, bevor der Ball überhaupt in seine Nähe kommt. Das Spiel gleicht sich nun wieder ein wenig aus, beide Abwehrketten stehen sehr kompakt und der Ball zirkuliert im Mittelfeld. In der 60.Minute werden dann Schönbächler, der einige schöne Aktionen hatte, und Güntensperger, der seine Schnelligkeit heute nur selten einsetzen konnte, ausgewechselt. Drmic und Mariani sollen neuen Wind ins Spiel bringen. In der Folge gibt es dann auch eine Druckphase des FCZ mit einigen schönen Spielzügen von Thoma, Drmic oder Stojanov, der allgemein während des ganzen Spiels sehr viel kämpft. Aber immer noch will daraus kein Tor resultieren. Dafür nutzt der Gegner eine Konterchance zu einem wunderschönen Schuss, welcher hinter dem machtlosen Torwart nur knapp übers Gehäuse fliegt. In den Schlussminuten legt sich Dunkelheit über den unbeleuchteten Platz, doch komischerweise scheint genau diese die jungen Zürcher aufzuwecken. In allen Reihen wird nun Druck ausgeübt und es gelingen einige schöne Spielzüge in den gegnerischen Strafraum. Was fehlte, war in dieser Phase einzig und allein das Tor.

Der Trainer Urs Fischer ist mit dem Auftritt seiner Schützlinge zufrieden: „Juventus hat alles richtig gemacht. Sie kamen mit wenig Aufwand zu den drei Punkten. Im ganzen Spiel gab es nur wenige Torchancen, weil halt einfach der letzte Biss im gegnerischen Strafraum gefehlt hat. Trotzdem haben wir besonders in der zweiten Halbzeit gut gespielt. Auch die vielen Absenzen fielen kaum auf. Beispielsweise Marcel Thoma, der sein erstes Spiel für die U21 bestritt, machte seine Sache sehr gut. Aber: wer sie nöd macht, chunnt sie halt über.“

Javier SantanaKein Durchkommen für Javier Santana (Bilder: Markus Scherer)