Heiss, heiss, kalt

Der „heisse Samstag im Nachwuchsbereich“, den die Medienstelle der Grasshoppers für heute prophezeit hatte, brachte in Schwamendingen feuchtkalte 6 Grad Celsius und ein U21-Derby, in welchem der FC Zürich an einem aggressiven Gegner, vor allem aber an sich selbst scheiterte. Die Mannschaft, die heute auf den verletzten Berat Djimsiti verzichten musste, zeigte zwar anfangs in der Verteidigung einige Probleme bei der Abstimmung und hatte ausserdem im offensiven Mittelfeld viele Ballverluste zu beklagen. Sie fing sie sich aber bald und bekam die erwartet intensive Partie fest in den Griff. Beim 0:1 (22.) sah die rechte Abwehrseite zwar schlecht aus, ansonsten war man aber defensiv solid und im Angriff stets gefährlich. Und doch dauerte es bis kurz vor Halbzeit, bis Fabio Schmid nach einem Eckball zum Ausgleich einschieben konnte. Davor waren die Schüsse Mal um Mal an Pfosten oder Latte vorbeigestrichen. Nur ein paar Minuten nach dem 1:1 hatte Davide Mariani gar die Chance, den FCZ in Führung zu schiessen. Aber auch sein Schlenzer verfehlte das lange Eck knapp. Aufseiten von GC durfte man mit dem Resultat zufrieden sein. „Bravo, Bravo!“, tönte der Torhüter und klatschte so laut in die dicken Handschuhe, dass man als Zuschauer gleich noch ein wenig kältere Finger bekam. Nach der Pause machten die Zürcher da weiter, wo sie aufgehört hatten, im Guten wie im Schlechten. Die Anzahl der erarbeiteten Chancen war ausserordentlich, der Ertrag stimmte überhaupt nicht. Das 2:1 kam zwar bald – Brunner staubte nach einem scharfer Schuss De Filippos ab (61.) – davor und vor allem danach aber war der FCZ im Minutentakt brandgefährlich und sah seine Chancen allesamt abgewehrt. Auch ein Penalty samt Nachschuss wurde verschenkt. Gegen Ende der Partie gelang es dann den Grasshoppers, den Druck noch einmal etwas zu erhöhen. Nach dem späten Ausgleich (81.) und dem etwas glückhaften 3:2 (84.) sah Trainer Meier die Felle davonschwimmen und setzte alles auf eine Karte. Er brachte Filip Hren für einen Verteidiger und stellte auf eine Dreierkette um. Das Risiko zahlte sich allerdings nicht aus, und den Gästen gelang mit einem weiteren Treffer nach schnellem Gegenangriff die Entscheidung. Dass Fabio Schmid kurz vor Ende der Partie vom unsicheren Schiedrichter die rote Karte sah, macht die Aufgabe in der nächsten Partie noch etwas heikler, sollte Djimsiti nicht rechtzeitig gesund werden. Allerdings ist zu konstatieren, das auch der junge Egzon Kllokoqi in der Innenverteidigung eine gute Partie zeigte, zu bemängeln waren einzig seine oft ungenauen Zuspiele nach vorne. Auch der Einsatz stimmte beim ganzen Team. Aber getroffen hat man zu wenig, und letzten Endes zählt nur das. (Fotos: Markus Scherer)

FCZ U21 – GC U21 2:4
Brecher; Di Gregorio, Kllokoqi (87. Hren), Schmid, Thoma; Kleiber (76. Joao Da Silva), Büchel, Mariani, Audino (81. Imren); Brunner, De Filippo

 

Von Hermus Rackers

Besucht seit Jahren lieber die Spiele auf dem Heerenschürli (Utogrund, Brunau) als im Letzigrund.