Kleine und kleinere Derbys

FCZ U21 – GC U21 5:1

Trifft als erster Zürcher: De Filippo (Bild: Markus Scherer)

R. Borkovic
L. Di Gregorio, H. Barmettler (69′ F. Schmid), D. Dedaj, M. Thoma
B. Djimsiti, M. Büchel (36′ T. Mertoglu), D. Stojanov, M. Brunner
T. Joao da Silva (84′ A. Imren), G. De Filippo

Niederhasli ist ein kleines Dorf, aber wenn jeder Bewohner in sein Auto steigt, weil er in Zürich das kleine Derby sehen will, dann hat es dafür viel zu wenig Parkplätze. Die Autofahrer müssen auf engstem Raum wenden und fahren verwirrt durch Schwamendinger Wohnstrassen. Wer sich heute trotz Wintereinbruch auf dem Sportplatz Heerenschürli einfand, bekam dafür etwas zu sehen. Und zwar schon bevor die U21 in die Hosen stieg. Ab 13 Uhr spielte nämlich im Cup-Viertelfinal die U18 gegen den FC Basel. Schon vor Wochenfrist war es auf dem Heerenschürli zum Städtederby gekommen. Dabei gewann die Mannschaft von Artur Petrosyan das Meisterschaftsspiel ungefährdet mit 4:1. Heute wollte es der FC Basel besser machen und führte tatsächlich nach 80 Minuten mit 3:0 Toren. Was sich danach abspielt, ist der Stoff, aus dem Legenden sind. Die Zürcher erzielen in kurzer Folge das 1:3 und das 2:3. Kurz vor Schluss pfeift der Schiedsrichter Penalty gegen das Heimteam. Der Basler Schütze aber scheitert an Torhüter Yanick Brecher, worauf die Mannschaft das Spiel in der Nachspielzeit mit zwei weiteren Treffern zum 4:3 dreht. Wir waren persönlich selber leider nicht dabei, fanden aber, dass allein die Kolportage der Ereignisse  eine Gänsehaut hervorzurufen vermag. Punkto Dramatik konnte das Spiel der U21 da nicht mithalten. Zu früh war die Partie entschieden. Langweilig wurde sie allerdings nicht. Nachdem das Team die Startphase dominiert hatte, führte ein Penalty nach einer Viertelstunde zum 0:1. Nach einem fatalen Fehlpass von Maurice Brunner, war der durchgebrochene GC-Spieler nur mehr regelwirdig zu stoppen gewesen. Davor und danach war Brunner durch grossen Einsatz und gutes Stellungsspiel aufgefallen. Dass sich die Mannschaft durch den Rückstand nicht aus der Ruhe hat bringen lassen, spricht für sie und für die Arbeit von Trainer Urs Meier, dessen Zurufen von der Auslinie stets positiv blieb. Insgesamt sah man eine reife Mannschaft, die dominant, wenn auch nicht so lautstark der Gegner auftrat. Es wurde viel rotiert, Brunner, Joao da Silva, De Filippo und der immer stärker aufspielende Djimsiti tauschten die Positionen. Nach einigen guten Chancen war der Ausgleich nach 24 Minuten die logische Folge. Giuseppe De Filippo erzielte nach einem Kopfball Djimsitis ein astreines Abstaubertor. Nach Stojanovs erfolgreich abgeschlossem Penalty und dem 3:1, bei dem Berat Djimsiti per Kopf über den Torhüter ins lange Eck traf, war es Tschaing Joao da Silva, der die Partie nach schnellem Gegenstoss entschied. Was folgte – ausser einem gebückten Rückwärtssalto beim Torjubel – war ein munteres Spiel. GC versuchte nach Kräften, den Anschluss zu finden, kam aber nur zu einigen ungefährlichen Weitschüssen. Der FCZ konterte nach Belieben, traf aber bis kurz vor Spielschluss nicht mehr ins Tor. Hätte es statt 4:1 nur 2:1 gestanden, man wäre als Zürcher Fan verzweifelt. Nach 89 Minuten klappte es doch noch einmal. Maurice Brunner war gegen den herauseilenden Torhüter um eine Fussspitze eher am Ball und konnte ins leere Gehäuse einschieben, womit er seine herausragende Leistung krönte. Allerdings verletzte er sich dabei am Fuss, so dass die Mannschaft die Partie mit neun Feldspielern zu Ende spielen musste und wir uns wie am Ende einer Folge unserer Lieblingsfernsehserie fragen müssen: Kommt unser Held wieder zurück? Oder sehen wir ihn vielleicht nie wieder? Wohl eher schon. Ein wenig Drama zum Schluss gab es aber also auch bei dieser Partie. Aber wo haben wir nun wieder unser Auto parkiert?

Voller Einsatz von Maurice Brunner