Nachspielzeit

FCZ U21 : FCB U21 2:2

R. Borkovic
L. Di Gregorio, D. Dedaj, B. Djimsiti, M. Thoma
I. Audino, D. Stojanov, M. Büchel (86 J. Da Silva), A. Imren (82 P. Hren)
D. Mariani, G. De Filippo (88 M. Kleiber)

Seien es die Junioren oder die Elite, treffen wir auf den FCB kommt es immer wieder zu Frustmomenten. Wir spielen – sie haben die Effizienz gepachtet. So war es auch dieses mal wieder. In den Momenten in denen die Basler am schwächsten waren, schossen sie ihre Tore. Nicht zu vergessen auch allfällige Techtel-Mechtel um Spieler die uns abgeluchts wurden oder werden sollen. Diesen Part übernahm heute Ez-FCZ Verteidiger Wuhrmann. Als ich dann sogar noch Gashi auf dem Matchblatt entdeckte traute ich meinen Augen nicht…beim genaueren hinschauen entpuppte er sich jedoch nur als Schiedsrichter. Zum guten Glück gibt es in diesem Klassiker aber noch die Nachspielzeit – und die gehört in alle Ewigkeit dem FCZ.
Der FCZ beginnt das Spiel nervös. Schon der erste Rückpass auf den Torwart gerät viel zu kurz. Aus seinem Strafraum stürmend kommt Borkoviv ganz knapp vor Kamber an den Ball. Auch Dalibor Stojanov wirkt im zentralen Mittelfeld zuerst etwas unkonzentriert, sodass viele seiner Pässe misslingen. Basel beginnt also leicht besser und hat auch die ersten Chancen, doch Zürich kommmt je länger je besser ins Spiel. Bis zur ersten richtig guten Chance dauert es aber doch 26 Minuten. Nach einem Freistoss Marianis beendet Dedaj eine kurze Kopfballstafette. Leider knapp darüber. Möglichkeiten ergeben sich nun auf beiden Seiten, wobei Martin Büchel die schönste aller vergibt. In der 42 Minute befreien die Basler den Ball aus dem Strafraum, doch dort zieht Büchel volley ab. Alles hätte gestimmt, doch der gute Basler Goalie war sofort in der tiefen Ecke. Ebenfalls gut heute, unser Goalie. In der 32 Minute muss er Kopf und Kragen riskieren um einen Steilpass auf Kamber abzufangen. Er tut dies an der alleräussersten Strafraumkante und säbelt dabei auch seinen Gegenspieler um, die Basler reagieren zu wenig schnell, denn das Tor ist leer. Als der Schuss dann kommt ist Borkovic bereits wieder zurück gehumpelt und wehrt auch diesen ab. So geht eine gute erste Halbzeit vorbei mit Chancen auf beiden Seiten, wobei diejenigen der Gäste etwas hochwertiger waren.
Als wir in der Pause Cervelat essen und über Vor- und Nachteile des Heerenschürli parlieren, meint jemand: “das isch nöd miis Züri”. Das ist auch nicht mein Zürich, aber das ist das perfekte Zürich für die U21. Die Jungs im Tram haben die gleichen Frisuren, das gleiche Alter und wahrscheinlich ebenso viele Nationalitäten wie das Team von Urs Meier. Die Sportanlagen sind in einem excellenten Zustand und sogar die Wurst ist besser als im Letzigrund (aber viel weniger gut als in der Allmend.)
Dei zweite Hälfte beginnt fulminant. Schon in der 46 Minute steht Ali Imren allein vor dem Tor und verzieht leider. Der Pass kam von Davide Mariani welcher ein sehr gutes Spiel abliefert. Er ist an den meisten Offensivaktionen federführend beteiligt. Der nächste der fast alleine vor dem gegnerischen Goalie auftaucht ist Ivan Audino. Er macht es besser und schlenzt den Ball wunderbar ins lange Eck. Diesem Treffer ging ein gewonnenes Kopfballduell voraus. Es war beispielhaft für die zweite Hälfte in der Zürich bedeutend mehr Zweikämpfe gewann und sich dadurch viele Vorteile verschaffte. In einem schnellen, harten und spannendem Spiel geht es bis zur 75 Minute bis der Gast den ersten ernstzunehmenden Torschuss verzeichnet. Dann gings dafür umso schneller. Der eingewechselte Bivcic trifft in der 79 und 83 Minute zweimal zur unverdienten Basler Führung. Das eine mal sehenswert, mit einem Volleyschuss am langen Pfosten, das zweite mal leicht offsideverdächtig nach einem Konter. Zürich spielt trotz diesem Schock relativ ruhig weiter. Meier bringt frische Offensivkräfte und alle wären jetzt plötzlich mit einem Unentschieden zufrieden. In der 91 Minute packt Leandro di Gregorio einen satten Schuss aus, den der Keeper nur zum Corner klären kann. Diesem Corner folgt eine Art Billard – Trickshot zum 2:2 Ausgleich. Auf dem Platz hiess der Torschütze noch Derday, später wird auf Hren korrigiert. Es könnten viele gewesen sein, denn alle standen sie im Strafraum und versuchten etwas zu erzwingen. Jedenfalls liess der Basler Gaolie den Ball folgenschwer an den Rücken eines Spielers prallen.
So geht ein verregneter Samstag Nachmittag im Hamsterkäfig zu Schwammendingen doch noch versöhnlich zu Ende, auch wenn sich kein FCZ Spieler so richtig freuen will. Sie wissen genau, dass ein Sieg drin gelegen hat, doch das 2:0 wollte einfach nicht fallen. Wenigstens sind die Trams um diese Jahreszeit schon geheizt, sodass ich auf meiner Fahrt von Endstation zu Endstation zu Hause schon wieder vollkommen trocken bin.

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