Supporter’s Delight

FC Zürich U21 – SV Höngg 1:1

Dalibor StojanovDas Mittelfeld im Griff: Dalibor Stojanov (Bild: Markus Scherer)

O. Lattmann
A. Goncalves, M. Jurkemik, R. Koch, R. Rodriguez
M. Brunner, T. Tarchini, D. Stojanov, O. Buff (72 R. Güntensberger)
M. Schönbächler (46 J. Santana), J. Drmic (67 D. Mariani)

Ganz genau so wie dieser, muss ein Samstag im Spätherbst daherkommen. Temperaturen bei denen niemand etwas aussetzen kann, Sonnenschein der die Landschaft in goldenes Licht rückt und zum Zvieri gibt’s ein städtisches Derby. Während die Musik im Letzigrund mit fast jedem Spiel etwas bedenklicher wird, geschieht auf der Allmend genau das Gegenteil. Musik ist natürlich Geschmackssache, aber gerade den Nachwuchs-
fussballern tut ein bisschen „Sugarhill Gang“ schon gut. Ihr Hit kommt aus einer Zeit als sich ihre Eltern noch nicht mal kannten und ist in etwa so, wie sie spielen sollten. Wenig Firlefanz, aber viel Drive, sehr erfolgreich und die Truppe funktioniert nur als Kollektiv. So ungefähr beginnt der Match dann auch. Zürich spielt besser und hat meistens alles unter Kontrolle, nur wird es noch nicht allzu gefährlich in Tornähe. Eine Chance für Drmic, eine für Buff, ein gelungenes Solo von Schönbächler doch zwingend wird es erst nach einer halben Stunde. Der gut spielende Schönbächler lässt einige Höngger stehen und spielt den perfekten Steilpass auf Drmic. Dieser lässt den Torwart aussteigen, doch aus spitzem Winkel abgeschlossen, kullert der Ball gemächlich vor der Torlinie am Pfosten vorbei. In der 43 Minute liegt der Ball dann im Tor, doch nicht nur das Netz, auch die Fahne des Assistenten zappelt. Oliver Buff köpfelte eine der vielen guten Flanken von Rodriguez aus einer Offside Position ins Tor. Die sehr engagiert kämpfenden Höngger kommen praktisch mit dem Pausenpfiff zu ihrer ersten guten Chance. Der eigene Verteidiger „klärt“ einen gefährlichen Ball vor den Händen Lattmanns weg in Richtung Goal, doch dieser erreicht den Ball noch vor der Linie wieder. Die Verteidigung steht sonst aber sehr gut und gewinnt auf allen vier Positionen auch fast alle Kopfballduelle. Schönbächler glänzt einige Male als Vorbereiter und Captain Stojanov ist im Mittelfeld sehr präsent.
Die zweite Hälfte beginnt sofort mit einigen guten Gelegenheiten für den FCZ. Tarchini dribbelt sich tief bis in den Sechzehner und scheitert knapp. Drmic lanciert den eingewechselten Santana perfekt doch dieser vergibt fahrlässig. Mit einem Konter fällt dann in der 51 Minute doch das verdiente 1:0. Der sehr aktive Oliver Buff wird von Dalibor Stojanov freigespielt und schliesst, allein vor dem Goalie, souverän ab. Die Szene kommentiert Fischer kurz und korrekt: „guet gloffe Oli, schöne Ball Dalibor“
Leider hält die Führung nur fünf Minuten. Ein Kopfballtor nach einem Corner bringt in der 56 Minute den Ausgleich, am zweiten Pfosten wurde Varga irgendwie vergessen. Das Spiel wird nun richtig interessant und gut. Höngg kämpft mit den ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln, Zürich bringt neue Kräfte auf’s Feld. Davide Mariani macht sofort einigen Wirbel und Güntensberger, der für den ausgelaugten Buff ins Spiel kommt bringt gleich seine erste Flanke präzis auf Santanas Kopf. Dieser hat heute seinen „nonchalanten“ Tag und setzt den Ball weit neben das Tor. Gleich darauf revanchiert er sich mit einem guten Weiterleiten des Balles bei Güntensberger. Dieser schliesst direkt ab, doch trifft er den Ball nicht wunschgemäss. Als er eine Minute später in einer fast identischen Situation ist, verlässt ihn der Mut und er versucht aus bester Position noch ein Pässchen. Fischer sagt’s richtig: „Günti….meh Verantwortig“
Zürich drückt und kämpft, das zweite Tor wäre längst verdient. Ricardo Rodriguez schiesst prächtige Freistösse, doch irgendwie wird jeder Kopfball oder Ablenker heute vom Auffang-, statt vom Tornetz angezogen. Santana verdribbelt sich in der Nachspielzeit ein letztes mal vor dem Tor und dann ist Schluss.
Der FC Höngg freut sich über einen hart erarbeiteten Punkt und der FCZ trauert zwei verlorenen nach. Dass diese junge Mannschaft nicht jeden Ball eiskalt versenkt ist zu verzeihen, vor allem da sie sonst ein gutes und sehr interessantes Spiel lieferte.
Auf der Allmend bleibt alles beim alten, doch das nahe gelegene Restaurant Kantine ist nun ein lustiges, farbiges Texmex Restaurant geworden und die Schiedrichter, die dort zu Latino Musik ihren Einsatz kulinarisch abschliessen, tragen sehr gute Anzüge. Das zeigt, dass auch die erste Liga lebt und nur noch ein paar Zuschauer mehr braucht. Das nächste Mal geht’s gegen Winti, und zwar im schönen Utogrund.

Oliver BuffKämpft mit vollem Einsatz: Oliver Buff (Bild: Markus Scherer)


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