Verspäteter Saisonstart

FCZ U21 1:1 FC Münsingen

O. Lattmann
R. Koch, D. Schiendorfer, M. Jurkemik, R. Rodriguez
I. Audino (69 R. Güntensberger), D. Stojanov, T. Tarchini, M. Brunner
M. Schönbächler (62 J. Santana), A. Mehmedi (83 J. Drmic)

Nicht nur die Watchblog Berichterstattung startet mit einiger Verspätung in die neue Saison, auch der Match selber begann 15 Minuten später als geplant. Durch die neue Gruppeneinteilung erwarten uns einige neue Gegner und die fahren vielleicht zum ersten mal auf die zürcher Allmend. Der FC Münsingen war so ein Gegner und kamen prompt zu spät, doch als guter Gastgeber lässt man sie dann halt auf Wunsch noch eine viertel Stunde länger einspielen.
Für die Zuschauer war das weniger lustig, denn es regnete in Strömen. Dass trotzdem erstaunlich viele FCZ Fans anwesend waren ist umso erfreulicher.
Neben den neuen Teams hat sich auch sonst einiges verändert. Die Allmend Brunau ist nun mit Absperrgittern „gesichert“, worauf viele Leute erst mal den besten Weg zum Haupteingang suchen mussten. Das Wurststandpersonal, die Eingangkontrolle, der Speaker, alles neu…vielleicht sind auch einfach noch alle in den Sommerferien. Jedenfalls machen sie ihren Job genau so gut und die wichtigste Position ist ja noch gleich besetzt wie letztes Jahr. Urs Fischer hat sogar verlängert und darf zur frischen Saison ebenfalls mit vielen neuen Spielern arbeiten.
Trotz Änderungen auf den meisten Positionen startete die Mannschaft aber gut ins Spiel. Die grossen Chancen fehlen vorerst noch, doch Zürich bestimmt das Geschehen und lässt Münsingen ziemlich harmlos aussehen. In der 17 Minute entsteht dann die erste gute Chance, und sie wird gleich verwertet. Der FCM Verteidiger spielt einen zu schwachen Rückpass den sich Dalibor Stojanov erläuft. Als nächstes lässt er den Goalie aussteigen und muss den Ball nur noch ins unbewachte Tor einschieben. Der Winkel ist in der Zwischenzeit aber sehr spitz weshalb der abgegeben Ball den Pfosten streift und der Linie entlang vor dem Tor in Richtung Maurice Brunner rollt. Der Filigrantechniker kann den Ball nun doch noch im Tor unterbringen. Sein Schuss, aus ebenfalls spitzem Winkel, geht präzis ins lange hohe Eck, an den aufgrückten Verteidigern vorbei.
Der FCZ ist in dieser ersten Halbzeit besser als der Gast und vergibt nur schon zwischen der 37. und 39. Minute drei gute Torchancen durch Mehmedi und Brunner. Die neu formierte Verteidigung funktioniert unter der Regie vom neuen Captain Schiendorfer sehr gut, das Mittelfeld mit dem guten Tarchini ist solid und der „erste Mannschaft“ Sturm agiert zwar etwas unglücklich, aber Schönbächler probiert einiges und Mehmedi rackert wie wenn schon Champions League wäre.
Die zweite Hälfte beginnt ebenfalls nicht schlecht. Nach wenigen Minuten hat Mehmedi eine erste Chance und kurz danach setzt Ivan Audino einen Kopfball knapp neben das Tor. Der lange Pass dazu kam von Tito Tarchini und es war an diesem Tag nicht sein einziger perfekter Steilpass. Irgendwann kam dann aber der Bruch, nachdem nichts mehr so richtig klappen will. Die Pässe wurden ungenau, der Spielfluss harzig, die Stimmung gehässiger. In der 70. Minute kommt Münsingen zu seiner ersten herausgespielten guten Torchance. Sie lässt den Trainer für einmal etwas positives schreien. Ansonsten ist er die Hauptunterhaltung im zweiten Durchgang. Ständig an der Linie stehend schmettert er wie ein Unteroffizier im Stimmbruch seine Hasstiraden auf’s Feld. Unsere Bank lacht beschämt in die andere Richtung, gleichzeitig hofft man, dass auf der Allmend ein Defibrillator zu Handen ist – für den Fall der Fälle.
In der 78. Minute zeigt sein revolutionäres Coaching aber doch noch Wirkung. Nach einem Eckball fällt das 1:1. Der Kopfball des FCM-Riesen konnte noch geklärt werden, doch für den Abpraller war niemand mehr zur Stelle. In der Schlussphase hat Schaffhausen-Rückkehrer Javier Santana noch den Ausgleich vor Augen, wird aber in letzter Sekunde im Strafraum gestoppt.
Die zweiten 45 Minuten waren bedeutend schwächer als die ersten. Somit ist das Unentschieden nicht gestohlen, obschon Zürich wohl die bessere Mannschaft war. Die vielen Abgänge scheinen gut kompensiert und man darf sich auf eine spannende Meisterschaft freuen die hoffentlich grosse Talente hervorbringt und viele Zuschauer anzieht.

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Ein Kommentar

  1. Die Allmend Brunau ist nun mit Absperrgittern “gesichert” … Tja, das sind nun wohl die Sicherheitsmassnahmen, die aufgrund der sehr geglückten Gruppeneinteilung durch die Liga und einiger Halbstarken, die sich ein 1.-Liga-Spiel für ihre Prügeleien ausgesucht haben, offenbar nötig wurden.

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