Wieder Silber


Wieder hat es nicht ganz gereicht. Wie schon vor Jahresfrist blieb dem FCZ am Youth Cup nach verlorenem Elfmeterschiessen nur der zweite Rang. Das Wichtigste vorneweg: Sepp Blatter ist nicht in Altstetten erschienen, das Publikum musste bei der Siegerehrung mit Cervelatpromi Jörg Stiel und dem früheren Stirnbandträger Petar Aleksandrov vorlieb nehmen. Den zahlreich erschienenen Portugiesen, die aus dem Finale eine Art Heimspiel für den FC Porto gemacht hatten, dürfte es egal gewesen sein. Sie feierten ausgelassen ihre campeões.
Für den FCZ hatte der Tag gut begonnen. Während das Team im letzten Gruppenspiel gegen R. B. Salzburg siegte, remisierten auf dem Nebenplatz die Boca Juniors gegen Thun, was einige argentinische Spieler derart erregte, dass sie nach Spielschluss gegen den Schiedsrichter handgreiflich wurden. Zürich wirkte etwas gehemmt, mit 3:0 fiel das Resultat gegen die Österreicher deutlich zu hoch aus. Aber man hatte sich im Lauf des Matches gesteigert und durfte mit zehn Punkten aus vier Partien zuversichtlich ins Finalspiel gehen. Dort folgte allerdings des böse Erwachen. Nachdem die Mannschaft in den ersten Minuten gut mithalten konnte, den Gegner gar leicht dominierte, tauchte sie danach regelrecht ab. Der Gegner war ihr bald in allen Belangen hoch überlegen und fast ausschliesslich im Ballbesitz. Die Partie geriet zur wahren Abwehrschlacht. Ohne René Borkovic, der einige überragende Paraden zeigte und den Mittelfeldwühler Ali Imren, der vor dem Strafraum zahllose Bälle ausgrub, hätte sich die Mannschaft kaum ins Penaltyschiessen retten können. Bei einem scharfen Weitschuss an die Latte beanspruchte sie dazu ein wenig Glück. Dieses fehlte ihr dann im Vergleich vom Elfmeterpunkt: 3:0 ging er verloren. Kein Wunder, war nach dem Spiel die Enttäuschung gross. Aber man dürfe auf die über zwei Tage gezeigte Leistung stolz sein, meinte Davide Mariani. „Wir haben keinen Gegentreffer erhalten und stehen jetzt auf dem zweiten Platz. Das Finalspiel war sehr schwierig, da uns der FC Porto spielerisch überlegen war.“ Auch Trainer Urs Meier zeigte sich hoch zufrieden. Das Turnier sei eine wichtige Erfahrung in der Entwicklung der jungen Fussballer, welche gezeigt hätten, dass man auf dem richtigen Weg sei. Dies zeigten auch die vereinzelten Einsätze einiger Spieler im Profiteam. „Auch in Zukunft wird der FCZ auf seinen guten Nachwuchs zurückgreifen können.“ Aber zuerst geht es jetzt in die verdienten Ferien, es sei denn, man stehe vor der Lehrabschlussprüfung oder schwierigen Vertragsverhandlungen mit Juve oder …(Fotos: Markus Scherer)

Von Hermus Rackers

Besucht seit Jahren lieber die Spiele auf dem Heerenschürli (Utogrund, Brunau) als im Letzigrund.